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Was tun bei Hämorrhoiden?

Was tun bei Hämorrhoiden?

Hämorrhoiden, sie sind weit verbreitet und eigentlich kennt die Anzeichen dafür jeder. Zu diesen gehören beispielsweise ein unangenehmes Brennen und Jucken im Bereich des Afters. Hinzu kommen Schmerzen während des Stuhlgangs oder auch Blutspuren auf dem Toilettenpapier. Sicherlich können sich hinter diesen Anzeichen auch andere Erkrankungen, wie zum Beispiel eine Analfissur oder auch Darmkrebs stecken. Doch in den allermeisten Fällen handelt es sich hier tatsächlich um Hämorrhoiden, die vergrößert sind.

Die meisten Betroffenen nehmen die unangenehmen Symptome einfach hin. Doch das muss nicht sein. Denn es ist durchaus möglich mit Salben, Sitzbädern oder der Nutzung von Analtampons sich Linderung zu verschaffen. In manchen Fällen ist allerdings ein Besuch beim Arzt unerlässlich.
 

Hämorrhoiden - Gar nicht so selten

Eigentlich, so könnte man zumindest meinen, sind Hämorrhoiden etwas was sehr selten auftritt. Dabei ist dies gar nicht der Fall. Schätzungen zufolge begeben sich pro Jahr etwa 4% der deutschen Bevölkerung wegen Hämorrhoiden in ärztliche Behandlung. Die Dunkelziffer derer, die an Hämorrhoiden leiden, wird aber allerdings als deutlich höher eingeschätzt.

Denn auch wenn vergrößerte Hämorrhoiden etwas sind, wofür sich niemand zu schämen braucht ist den meisten Betroffenen die Symptome dennoch sehr peinlich und sie scheuen sich daher, sich in Behandlung zu begeben. Experten gehen außerdem davon aus, dass etwa die Hälfte aller Deutschen mindestens einmal im Leben unter Hämorrhoiden leidet.
 

Was sind eigentlich Hämorrhoiden?

Vielleicht haben Sie sich mit dem Thema Hämorrhoiden noch gar nicht auseinandergesetzt und gehen deshalb vielleicht davon aus, dass diese nur dann vorhanden sind, wenn Sie an Hämorrhoiden erkranken. Was so nicht ganz richtig ist, denn im Grunde genommen hat jeder von uns Hämorrhoiden, es handelt sich im anatomischen Sinne nämlich um Gefäßpolster. Bei diesen Gefäßpolstern handelt es sich um ringförmige Schwellkörper, die als Feinverschluss des Afters fungieren.

Sie bemerken das Vorhandensein dieser Gefäßpolster quasi erst dann, wenn sie vergrößert sind, da sie in diesem Zustand Beschwerden verursachen. In vielen Fällen sind die Hämorrhoiden nicht nur vergrößert, sondern es bilden sich vereinzelte oder auch mehrere Knoten, die aus dem After hervortreten sowie platzen und bluten können.
Abhängig vom Ausmaß wird das Hämorrhoidalleiden in 4 Stadien unterteilt.

  • Grad 1: Gefäßpolster sind vergrößert

  • Grad 2: Gefäßpolster werden beim Pressen während des Stuhlgangs zeitweise aus dem After geschoben. Sie ziehen sich danach aber von selbst wieder zurück

  • Grad 3: Hier müssen die Hämorrhoiden manuell wieder in den After zurückgeschoben werden

  • Grad 4: In diesem Stadium gelingt auch das manuelle Zurückschieben nicht mehr und die Gefäßknoten befinden sich dauerhaft außerhalb des Afters


 

Was sind die Ursachen?

Bei der Ursachenforschung warum es zu einer Vergrößerung der Gefäßpolster kommt, tappt man noch relativ im Dunkeln. Was mittlerweile aber klar ist, ist die Tatsache das die muskulären und elastischen Fasern der Gefäße bei einem Hämorrhoidalleiden geschädigt sind.

Als mögliche Ursachen werden hierfür folgende Faktoren in Erwägung gezogen:

  • Ausgeprägter Konsum von Alkohol, da Alkohol Gefäße erweitert

  • Bewegungsmangel, da dadurch eine Verstopfung begünstigt wird

  • Schwangerschaft und Übergewicht, da durch jedes Kilogramm Körpergewicht mehr, der Beckenboden belastet wird. Eine Tatsache, die außerdem dafür sorgt, dass sich die Blutgefäße im Analbereich vergrößern.

  • Eine von Geburt an bestehende Schwäche des Bindegewebes

  • Missbrauch von Abführmitteln

  • Häufiger Durchfall oder auch zu weichem beziehungsweise flüssigem Stuhl

  • Starkes Pressen bei zu hartem Stuhl oder bei chronischer Verstopfung


 

Anzeichen vom Arzt abklären lassen

In jedem Stadium kommt es zu einer schmerzlosen Blutung. Selbst wenn Sie „nur“ Blut auf dem Toilettenpapier bemerken und sonst keine Anzeichen oder Schmerzen haben, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Schließlich können die Blutspuren auch auf andere Erkrankungen hinweisen.
 

Für Bewegung sorgen

Ballaststoffe
 

Geht es um die Behandlung von Hämorrhoiden, dann wird unterstützend empfohlen eventuell bestehendes Übergewicht abzubauen und für mehr Bewegung zu sorgen. Und zwar nicht nur in körperlicher Hinsicht, sondern ebenfalls im Hinblick auf den Darm. Was im Klartext bedeutet, dass eine Umstellung der Ernährung als durchaus sinnvoll erachtet wird. So sollen beispielsweise ausreichend Ballaststoffe dafür sorgen, dass harter Stuhlgang und das damit verbundene Pressen der Vergangenheit angehören. Dadurch wird das Risiko einer Blutung beim Stuhlgang deutlich reduziert.
 

Lokale Therapeutika verschaffen Linderung

Ist das Hämorrhoidalleiden noch im Anfangsstadium (Grad 1 und 2) kann mit lokalen Wirkstoffen sogar noch ein guter Erfolg erzielt werden. Hier kann es nämlich durchaus sein, dass sich die vergrößerten Gefäßpolster wieder zurückbilden. In den späteren Stadien werden lokale Wirkstoffe häufig verschrieben, um beispielsweise die Symptome während der der Wartezeit auf eine Operation abzumildern.

  • Gerbstoffe: Bei äußeren Beschwerden, wie zum Beispiel Jucken oder Brennen verschaffen Gerbstoffe eine willkommene Linderung. Zum Einsatz kommen sie entweder in Form von Salben oder Sitzbädern.

  • Betäubende Wirkstoffe: In diesem Bereich werden vor allem die Wirkstoffe Quinisocain und Lidocain empfohlen. Genannte Wirkstoffe sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Allerdings dürfen Salben und Cremes mit diesen Wirkstoffen, bei Selbstmedikation, nur einige wenige Tage angewendet werden. In der Stillzeit dürfen Präparate mit diesen Wirkstoffen nicht angewendet werden.

  • Kortison: Nur in Ausnahmefällen, nämlich zum Beispiel dann, wenn starke Entzündungen oder Schmerzen vorhanden sind, werden Präparate mit Kortison verschrieben. Präparate mit Kortison dürfen allerdings maximal für zwei Wochen angewendet werden, da diese eine Infektion mit Darmpilzen oder den Abbau der analen Schleimhaut begünstigen.


Die verschiedenen Darreichungsformen

Selbstverständlich gibt es nicht nur verschiedene Wirkstoffe. Es gibt außerdem auch verschiedene Formen der Darreichung. Diese Formen möchten wir an dieser Stelle kurz erläutern.

  • Umschläge und Sitzbäder: Diese Anwendungsform wirkt lediglich an der äußeren haut rund um den After. Auf die Hämorrhoiden im Analkanal haben Umschläge sowie Sitzbäder keinerlei Einfluss.

  • Salben und Cremes: Salben und Cremes erweisen sich besonders praktisch, wenn es um die äußere Anwendung geht. Sollen hiermit auch die innenliegenden Hämorrhoiden erreicht werden, dann muss entweder ein Analdehner oder ein Applikator zum Einsatz kommen.

  • Analtampons: Diese werden mit einem Mullstreifen im Analkanal fixiert und können dort ihre volle Wirkung entfalten. Großer Nachteil ist hier das oftmals empfundene Fremdkörpergefühl während der Anwendung.

  • Zäpfchen: In der Anwendung erweisen sich Zäpfchen als überaus praktisch. Der Nachteil ist aber, dass sie nach der Verabreichung ziemlich schnell in den Enddarm rutschen. Was zur Folge hat das die Wirkung oft nur sehr gering ausfällt.


 

Hämorrhoiden - Ärztliche Behandlungsmethoden

Hämorrhoiden - Ärztliche Behandlungsmethoden
 

Bei den ärztlichen Behandlungsmethoden wird in operative und interventionelle Verfahren unterschieden. Zu den interventionellen Verfahren gehören die Gummibandligatur und die Sklerosierung.

Bei der Sklerosierung wird in die Gefäßpolster ein Verödungsmittel gespritzt. Dadurch werden die Gefäßpolster im oberen Bereich des Analkanals fixiert. Dieses Verfahren kommt meist im 1. und 2. Stadium zum Einsatz. Nachteil dieser Behandlungsmethode ist, dass die Rückfallquote recht hoch ausfällt.

Bei der Methode der Gummibandligatur wird das Hämorrhoidalgewebe mithilfe eines Gummibandes abgebunden. Dieses Vorgehen bewirkt, dass die vergrößerten Hämorrhoiden absterben und im Anschluss abfallen. Die Rückfallquote bei der Gummibandligatur ist deutlich niedriger.

In den Stadien 3 und 4 ist ein operativer Eingriff vonnöten. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welche hier gewählt wird, ist abhängig von dem Ausmaß und der Lage der Hämorrhoiden. So kann das Hämorrhoidalgewebe beispielsweise komplett mittels Laser oder Skalpell entfernt werden. Eine neuere Methode ist die sogenannte Stapler Operation. Im Rahmen dieser werden die Hämorrhoiden mit einem Klammernahtgerät "geliftet".
 

 

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